Migräne – Eine Volkskrankheit

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Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß “halber Kopf”. Es handelt sich hierbei um ein neurologisches Krankheitsbild, unter dem in Deutschland ca. 10 % leiden. Bei Frauen kommt es dreimal häufiger vor als bei Männern. Es können Erwachsene, aber auch Kinder unter Migräne leiden.

Die Erwachsenenmigräne können periodisch wiederkehrende, anfallartige, pulsierende und halbseitige Kopfschmerzen sein. Zusätzliche Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit können als zusätzliche Indikatoren das Krankheitsbild noch verschlimmern. Es gibt vier Vorboten an denen zu erkennen ist, dass sich ein Migräneanfall ankündigt. Diese können nur wenige Stunden vor der Entstehung oder aber schon zwei Tage zuvor liegen. Diese Vorboten werden unterteilt in Vorbotenphase, Auraphase, Kopfschmerzphase und Rückbildungsphase und können psychischer, neurologischer oder vegetativer Herkunft sein.

Jeder Mensch leidet unter einem anderen Krankheitsbild. Auch Störungen des Magen-Darm-Trakts oder Heißhunger auf besondere Lebensmittel deklariert man als Vorboten. Da Migräne auch erst nach ca. zwei Tagen ausbricht, stellen viele Patienten und Ärzte oftmals nicht sofort einen kausalen Zusammenhang fest. Deshalb sollten Patienten ein sogenanntes “Migränetagebuch” (ähnlich wie Schmerzpatienten ein “Schmerztagebuch” oder schlafgestörte Patienten ein “Schlafprotokoll”) führen. Die sogenannte Auraphase geht in ca. 15-20 % der Fälle mit visuellen Störungen jedweder Art, Berührungsstörungen an verschiedenen Stellen des Körpers, Geruchs-, Gleichgewichts- und Sprachstörungen oder anderen neurologischen Störungen einher. Migräneauren entwickeln wandelnde Dynamikprozesse, d. h. die Sehstörungen entwickeln sich zum Flimmern, Kribbelgefühle wandern durch verschieden Körperstellen und Sprachstörungen können sich extrem verschlechtern. Ihre Anzeichen dauern ca. 60 Minuten. Die Kopfschmerzphase tritt in den meisten Fällen halbseitig auf und tritt verstärkt in der Stirn, Schläfe oder Auge auf. Die Dauer der Kopfschmerzphase variiert zwischen 60 Minuten bis zu drei Tagen. Der Kranke ist blass und erträgt nahezu keine Umwelteinflüsse. Die Rückbildungsphase kann bis zu 24 Stunden dauern, der Kopfschmerz lässt langsam nach und die Begleitsymptome verschwinden. Für nähere Informationen können sich Betroffene auch an Vereine wie die Migräneliga-Deutschland wenden. Diese erreichen Sie unter www.migraeneliga-deutschland.de.

Was kann man dagegen tun?

Um der Krankheit wirksam den Kampf anzusagen, benötigt man eine genaue Diagnose. Doch wie bereits erwähnt ist diese gar nicht ohne Weiteres zu diagnostizieren. Man sollte ein Schmerztagebuch mindestens über einen Zeitraum von 2 Monaten führen. Notieren sollte man jede Kleinigkeit von der genauen Beschreibung der Schmerzen und Begleitsymptomen, sowie der unternommenen Abhilfemaßnahmen. Notiert werden auch schmerzfreie Tage. Eine genaue Beobachtung der Körperanzeichen lässt einen Anfall ablindern oder gar nicht erst aufkommen. Bevor man zu Medikamenten greift, sollten zunächst andere Maßnahmen zur Linderung ergriffen werden. Dies kann unter anderem Folgendes sein: Ruhig hinlegen in einem dunklen Raum und so gut wie möglich Licht- und Lärmkulisse eindämmen. Ebenfalls hilfreich kann ein kühlendes Tuch auf der Stirn oder leichte Rücken- und Kopfmassage sein. Auch Akkupunktur kann eine sinnvolle Alternativmethode sein. Entspannungstechniken können das Krankenbild ebenfalls lindern. Sport, besonders Ausdauersport kann bei manchen Menschen eine präventive Maßnahme sein. Wem diese Maßnahmen nicht helfen, der muss wohl oder übel in die Arzneimittelkiste greifen. Seit Mitte der 90er Jahre stehen auf dem Arzneimittelmarkt viele Präparate zur Verfügung. Als leichtes und erstes Medikament steht “Aspirin Migräne” zur Verfügung. Wem dieses nicht hilft, sollte mit Triptane arbeiten. Diese stehen in verschieden Darreichungsformen zur Verfügung. Eine wissenschaftliche Studie belegt, dass ASS gegenüber den Triptanen um nichts nachsteht. Die Wirksamkeit ist in direkten Vergleich fast genauso gut. Nur die Schmerzfreiheit ist bei Triptanen schon nach zwei Stunden erreicht.

Oftmals leiden Migräne Patienten darunter, dass sie von ihrem Hausarzt und der Umwelt nicht verstanden werden. In diesem Fall bieten Selbsthilfegruppen eine gute Möglichkeit, mit anderen Betroffenen über die eigene Erkrankung zu sprechen. Dazu erfährt man in Selbsthilfegruppen schnell, dass es anderen Menschen genau so geht. Ein großer Vorteil von Selbsthilfegruppen ist auch die Möglichkeit sich gegenseitig Tipps und Ratschläge zum Umgang mit der Erkrankung zu geben. Aufgrund der großen Zahl von Menschen die unter Migräne leiden gibt es mittlerweile nahezu in jeder Stadt Selbsthilfegruppen für Migräne-Patienten. Dazu gibt es Vereine wie die Migräneliga-Deutschland, die als Anlaufstelle für Betroffene dienen.

Was ist die Migräneliga-Deutschland?

Die Migräneliga-Deutschland ist ein Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat Betroffenen zu helfen. So besteht hier beispielsweise die Möglichkeit Selbsthilfegruppen zu gründen, in denen sich an Migräne leidende Menschen austauschen können. Selbsthilfegruppen sind ein wichtiger Schritt zu mehr Verständnis und Akzeptanz der Erkrankten. So können sich Betroffene sicher sein, dass sie in den Selbsthilfegruppen der Migräneliga-Deutschland ernst genommen werden. Dieses Gefühl des Verständnisses ist ein wichtiger Punkt, wenn es darum geht, die Krankheit zu überwinden und neue Zuversicht zu schöpfen.

Neben Selbsthilfegruppen bietet die Migräneliga-Deutschland noch weitere Hilfe für Migräne Patienten an. So bringt die Migräneliga-Deutschland unter anderem ein regelmäßiges Magazin mit vielen Tipps und Ratschlägen zum Umgang mit der Krankheit heraus. Mitglieder der Migräneliga-Deutschland erhalten dieses einmal monatlich zugestellt.