Das chronische Erschöpfungssyndrom CFS

Startseite » Medizin » Das chronische Erschöpfungssyndrom CFS

Das chronische Erschöpfungssyndrom CFS (Chronic Fatigue Syndrome) ist ein schweres Krankheitsbild, an dem in Deutschland nach neuesten Schätzungen weit mehr als 300.000 Menschen leiden. Oft irren Betroffene vergeblich von Arzt zu Arzt, denn selbst Mediziner sind häufig nicht ausreichend über CFS informiert.

Die Liste der Symptomatik reicht von bleierner Müdigkeit (trotz 10 Stunden Schlaf) über chronische Schmerzen bis hin zu Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Depressive Störungen sind dann häufig eine Folge dieses Syndroms, oder kommen im gleichen Ausmaß vor, wie in der gesunden Normalbevölkerung. Aus dem Grunde ist es sinnlos, CFS-Kranke mit Psychopharmaka behandeln zu wollen. Aus Gründen von Unkenntnis oder Inkompetenz kommt es aber leider viel zu oft vor, dass Betroffene vom Hausarzt Antidepressiva und andere Medikamente verschrieben bekommen, die im besten Fall die schlimmsten Auswirkungen etwas lindern, nicht aber bei der Ursache der Krankheit ansetzen.

Das Chronic Fatigue Syndrome steht in Zusammenhang mit stressbedingten Veränderungen von Lebensweise und Umweltbedingungen, vor allem aber mit Funktionsstörungen des Immunsystems. Konkret bedeutet das eine erniedrigte N-Killerzellfunktion, unterschwellige Entzündungen (“Silent Inflammation”) und gestörte Zellkraftwerke (Mitochondriopathie”) und tritt oft in Folge bestimmter Infektionserkrankungen auf (z.B. dem Epstein-Barr Virus), die als grippaler Infekt oder Mandelentzündung fehlgedeutet werden.

Infektionen, Hormonstörungen, Toxine, seelische Konflikte – für alle möglichen Ursachen des CFS finden sich Hinweise. Einige Experten vermuten ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren: Genetische Veranlagung, biochemische Veränderungen im Gehirn, geschädigtes Immunsystem gemeinsam mit einer viralen Infektion und psychischer Disposition.

Da diese Erkrankung fachübergreifend ist, eine so genannte Multisystemerkrankung, wäre es rein theoretisch nötig,  mehr als 6 Fachärzte an einen Tisch zu bekommen. Solch eine breite Zusammenarbeit ist in Deutschland leider extrem selten und so fallen die Patienten im medizinischen Alltag durch alle Raster und werden schlimmstenfalls am Ende gar psychisch stigmatisiert und mit unpassenden Medikamenten wie Antidepressiva behandelt.

Schwerpunktpraxen gibt es in Deutschland nur sehr wenige. Die wenigen Vertreter haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Menschen in seiner Gesamtheit zu sehen. Diagnose und Behandlung werden hier hoch differenziert mit moderner Labormedizin durchgeführt. Dank neuester Erkenntnisse gibt es bei guter Mitarbeit der Patienten durchaus Heilungschancen.