Worauf kommt es bei einer Impfentscheidung an?

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Impfen ja oder nein? Die Verantwortung kann den Eltern niemand abnehmen.

Wer vor der Impfentscheidung steht, kann es sich leicht machen, indem einfach die öffentlichen Empfehlungen der Impfexperten befolgt werden. Doch jede Impfung ist ein medizinischer Eingriff bei einem Gesunden. Nachfolgend deshalb ein paar Hinweise, worauf es bei einer Impfentscheidung ankommt. Denn rechtlich gesehen ist jede Impfung zunächst eine Körperverletzung, die der mündigen Einwilligung bedarf. Die Verantwortung für diese Entscheidung kann den Eltern letztlich niemand abnehmen.

von Hans U. P. Tolzin, Herausgeber der Zeitschrift „impf-report“

 

Der Rückgang der Seuchen

Eines der Hauptargumente für die Durchführung der Massenimpfungen ist der Rückgang vieler Infektionskrankheiten im Laufe der vergangenen etwa  150 Jahre. Dies allein, so die oft geäußerte Ansicht, sei ja schon für sich ein Beweis für den Nutzen der Impfungen.

Doch schaut man sich die Erkrankungs- und Todesfallstatis­tiken genauer an, dann setzt die Impfung in der Regel erst dann ein, wenn die Kurven schon jahre- oder jahrzehntelang gefallen sind (siehe dazu impf-report Nr. 80/81). Dieses Argument kann also nur schwerlich als Entscheidungshilfe hinzugezogen werden.

 

Verschiedene Sprachen

Die meisten Eltern verstehen unter „Wirksamkeit“ den Nachweis eines deutlichen gesundheitlichen Vorteils von Geimpften im direkten Vergleich mit Ungeimpften. Entsprechende Nachweise können über so genannte placebokontrollierte Doppelblindstudien durchaus erhoben werden. Impfexperten verstehen jedoch unter „Wirksamkeit“ etwas ganz anderes, nämlich den Anstieg eines Laborwertes im Blut des Geimpften: Den „Antikörper-Titer“. Dieser reicht in der Regel für die Zulassung eines Impfstoffs aus. Doch Studien, die belegen, dass Menschen mit hohen Antikörpertitern gesünder sind als Menschen ohne Titer, konnten mir die Behörden bisher nicht vorlegen. Diese „Wirksamkeit“ basiert also auf einer über 100 Jahre alten medizinischen Hypothese, für deren Wahrheitsgehalt niemand einstehen kann.

 

Das Ethikargument

Zudem sei die Durchführung von vergleichenden Placebostudien ethisch nicht vertretbar, weil dadurch den Placebo-Geimpften der Impfschutz vorenthalten würde. Ein Argument, das vielen Menschen nicht ganz einleuchtet. Auch mir nicht. Es ist also hilfreich, sich vor der Impfentscheidung darüber klar zu werden, was man selbst bezüglich Wirksamkeit von einem Impfstoff erwartet.

 

Kalkulierbares Risiko?

Doch selbst, wenn Sie zu dem Schluss gekommen sind, dass ein bestimmter Impfstoff wirksam ist, muss der angenommene Nutzen ja noch mit den Risiken der Impfung abgewogen werden. Wenn die Nebenwirkungen den Nutzen aufheben, macht eine Impfung ja keinen Sinn mehr. Dazu schreibt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) als zuständige Zulassungsbehörde im Bundesgesundheitsblatt wörtlich: „Da die Untererfassung der Meldungen von Impfkomplikationen nicht bekannt oder abzuschätzen ist und keine Daten zu verabreichten Impfungen als Nenner vorliegen, kann keine Aussage über die Häufigkeit bestimmter unerwünschter Reaktionen gemacht werden.“

Mit der Frage der Kalkulierbarkeit des Risikos ist es also gar nicht so einfach wie vielleicht gedacht.

 

Realistische Risiken?

Bis 2009, dem Jahr der Schweinegrippe, sprach das Robert-Koch-Institut (RKI), die Bundesseuchenbehörde, in ihren Publikationen regelmäßig von jährlich durchschnittlich 10.000 Influenza-Todesfällen in Deutschland. Dies war die Hauptbegründung für die behauptete Notwendigkeit der Grippe-Impfung. Doch während der gefürchteten Schweinegrippe wurden die Todesfälle erstmals richtig gezählt, und zwar waren es in dieser Saison weniger als 300 Todesfälle. Entweder stimmt die frühere Schätzung des RKI nicht oder aber die Gefährlichkeit des Influenzavirus ist auf einen Bruchteil gesunken. In beiden Fällen müsste die Notwendigkeit der Impfung neu bewertet werden. Das ist jedoch nicht der Fall.

 

Alternativen

Auch dann, wenn es Alternativen gibt, müsste die Notwendigkeit des Impfens neu bewertet werden. Gerade beim Beispiel Influenza nimmt die Anzahl der Studien zu, die belegen, dass Erkältungserkrankungen in erster Linie auf einem jahreszeitbedingten Mangel an Vitamin D beruhen. Die Mehrzahl der Deutschen hat in ihrem Blut zu wenig von diesem Sonnenvitamin, das eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielt. Ein Umstand, den die zuständigen Behörden nicht berücksichtigen.

 

Fazit

Vielleicht sehen Sie nun, dass eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Pro und Kontra des Impfens angezeigt sein könnte, um Ihrer Verantwortung für Ihre Kinder gerecht zu werden. Weiterführende Informationen finden Sie auf der Webseite www.impfkritik.de und in meinem Buch „Macht Impfen Sinn, Band 1“, erhältlich über unseren Webshop oder über den Buchhandel.

Hans U. P. Tolzin ist freier Medizin-Journalist, Herausgeber der kritischen Zeitschrift „impf-report“ und Autor von bisher drei Büchern über Impfungen und Infektionskrankheiten. Seine Webseiten sind www.impfkritik.de und www.impf-report.de