Die Angst vor Burn-Out steigt

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Leben wir für unsere Arbeit oder arbeiten wir für unser Leben? Diese Frage ist falsch gestellt, denn leben bedeutet immer auch arbeiten. Aber zugleich entdecken wir, dass sich immer weniger Menschen in Deutschland, vor allem die junge Generation, über ihren Beruf identifizieren.

Worauf es diesen jungen Menschen ankommt, ist eine angemessene Work-Life-Balance. Der Beruf darf gerne auch einmal in Private eindringen, z.B. wenn man nach Feierabend noch Mails beantwortet oder Aufgaben am Wochenende erledigt. Gleichzeitig aber soll der Platz für ausreichend Freizeit und Erholung da sein. Dafür verzichten einer neuen Umfrage zufolge viele Youngsters auch gerne auf ein besseres Gehalt. Selbstverständlich gibt es sie noch, die Workaholics, die für ihre Karriere auch Stationen wie New York oder Bangkok mitnehmen. Doch vielen ist das auch zu anstrengend. Sie wollen Familie und Freunde nicht zurücklassen oder haben Angst, dass ihre Freizeit und Hobbys darunter leiden.

Sie haben Angst vor dem Burn-Out, dem Ausbrennen im Beruf. Helgo Bretschneider hat sein Buch „Und täglich grüßt die Datenflut“ genannt. Darin beschreibt er, wie für den modernen Arbeitnehmer, vor allem im Bereich der Medien und der Informationstechnik, stündlich ein gigantischer Strom an Informationen einfließt. Man muss schon spezielle Techniken in Multitasking, Gedächtnis- und Lesetraining und vor allem im Infomanagement erlernen, um dieser Flut Herr zu werden. Doch auch die Unternehmen sind gefordert, etwas gegen diesen sensualen Dauerstress zu tun. Längere Erholungsphasen oder betriebliche Programme zur Förderung der Gesundheit seien Pflicht. Denn damit würden die Unternehmer für motivierte Arbeitskräfte sorgen und so den immensen Personalausfall aufgrund von Burn-Out verhindern. 2011 konnte man auf 1000 Arbeitnehmer schon allein 86 Krankheitstage im Jahr dem Burn-Out-Syndrom zurechnen.

Stefan Manzow, Kopf des Klärungsraumes in Hamburg, fügt zu der Informationsflut den Wettbewerb unter Mitarbeitern hinzu. Statt gemeinsam an einem Ziel zu arbeiten, seien in vielen Unternehmensstrukturen zeit- und geldfressende Dauerkämpfe an der Tagesordnung. Viele Mitarbeiter werden anhand ihrer Leistungen gemessen, doch diese Maßstäbe sind bei jedem Menschen verschieden. Dass wir dieses Leistungs- und Wettbewerbsdenken zu weit führen, erkennt man Manzow zufolge daran, dass wir bereits unsere Schüler einem Ranking unterziehen – man denke an die PISA-Studien. Leistungsdruck sei per se nicht schlimm, aber wie in der Physik ist die Höhe des Drucks entscheidend.

Der Weg von einer Überbelastung zum Dauerstress und anschließend zum Burn-Out geht schneller, als man denkt. Und oft merken es die Betroffenen nicht. In vielen Fällen sind es erst die psychosomatischen Anzeichen, wie Hautausschlag oder Kopfschmerzen, die solche Menschen wieder auf den Boden der Tatsachen holen. Speziell zur Überbelastung findet sich auf fitundschoen.de ein wichtiger Beitrag. Dort findet man auch zahlreiche Tipps zur Beseitigung von Erschöpfung und Dauerermüdung – sei es durch autogenes Training oder Ernährung.