Depression: kleines Stimmungstief oder waschechte Depressionen?

Startseite » Gesundheit » Depression: kleines Stimmungstief oder waschechte Depressionen?

Depressionen oder Stimmungstief

Fast alle Menschen haben im Laufe ihres Lebens mit Stimmungsschwankungen, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit zu kämpfen. Die Ursachen für diese Symptome sind vielfältig und reichen von der wetterbedingten Verstimmung über Stress bis hin zur psychischen Störung. Wo aber endet das harmlose Stimmungstief, und wo beginnt die Depression? Einige wesentliche Merkmale können Betroffenen und Angehörigen dabei helfen, Depressionen frühzeitig zu erkennen.

Charakteristische Anzeichen für Depressionen

Um Depressionen erkennen und erfolgreich behandeln zu können, müssen sie zunächst als das erkannt werden, was sie sind, nämlich eine erstzunehmende Krankheit. Negative Gefühle wie Hoffnungslosigkeit oder Trauer, die alle Menschen gelegentlich verspüren, treten bei Betroffenen auch ohne erkennbare Ursache auf. Charakteristisch sind hier besonders das Gefühl der inneren Leere sowie ein Minderwertigkeitsempfinden, das viele Depressionskranke verspüren. Außerdem sind sie nicht in der Lage, die Depressionen aus eigener Kraft zu überwinden; sie stürzen vielmehr von einem Stimmungstief ins nächste, ohne sich dauerhaft aus dieser Negativspirale befreien zu können. Daraus resultieren meist auch Folgeerscheinungen wie Schlaf- oder Essstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten oder – psychosomatisch – sogar körperliche Schmerzzustände. In schweren Fällen können Depressionen auch Angstzustände auslösen, die bis hin zu Todesgedanken reichen und im schlimmsten Fall im Suizid enden können. Je nach Art der Depression neigen einige Betroffene zu ungewöhnlichen Stimmungsschwankungen, bei denen sich eine übertriebene Euphorie mit Phasen der Niedergeschlagenheit und Mutlosigkeit abwechselt. Diese Erscheinungsform wird als bipolare Depression bezeichnet; weitere Merkmale sind ein ungewöhnlich starkes Redebedürfnis, Wahnvorstellungen sowie ein Kontrollverlust bei Alltagsangelegenheiten wie etwa Geldgeschäften.

Depression oder Stimmungstief? So erkennen Sie den Unterschied

Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit müssen nicht zwangsläufig Depressionen als Ursache haben. Gerade während der Wintermonate, aber auch in vielen schwierigen Lebenslagen verspüren die meisten Menschen ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit, das in der Symptomatik einer Depression ähneln kann. Vorsicht ist erst dann geboten, wenn sich die Verstimmung über einen Zeitraum von mehreren Wochen hinzieht, ohne dass Anzeichen für eine Besserung sichtbar werden. Auch augenscheinliche Wesensveränderungen, übermäßige Gereiztheit oder eine ungewöhnliche Aggressivität können auf Depressionen hindeuten. Viele Betroffene leiden zudem unter Minderwertigkeitsgefühlen oder einem Gefühl der Sinnlosigkeit. Ein weiteres Anzeichen ist ein merklicher Interessenverlust, der sowohl das Privatleben als auch den Arbeitsalltag betreffen kann. Auch extreme Gewichtsveränderungen, also starkes Zu- oder Abnehmen, deuten auf eine Depression als echte psychische Störung hin.

Angehörige und Freunde sollten dabei bedenken, dass es Betroffenen in vielen Fällen äußerst schwer fällt, die Krankheit als solche zu erkennen und Hilfe anzunehmen. Aus diesem Grund werden die Symptome von der erkrankten Person häufig bagatellisiert. Schlussendlich hilft im Fall von schweren Depressionen nur die Therapie durch einen psychologischen Psychotherapeuten. Leider neigen viele Hausärzte dazu, nicht eindringlich genug auf die Überweisung zum Psychologen zu bestehen, sondern verschreiben leichtfertig Medikamente (sogenannte Psychopharmaka oder auch Antidepressiva). Diese Mittel hellen zwar die Stimmung der Betroffenen schnell auf, behandeln jedoch nicht die ursächlichen Gründe der Depression.