Was tun bei Fructoseintoleranz?

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Die Fructoseintoleranz ist ein besonders komplizierter Fall von Nahrungsmittelunverträglichkeit, denn Fructose findet sich nicht nur in Gemüse, Früchten und Getreide, sondern auch in sehr vielen Industrieprodukten. Worauf muss man also als Betroffener achten?

Fructose in Nahrungsmitteln

Es ist fast unmöglich, sich vollständig fructosefrei zu ernähren. Denn der Fruchtzucker kommt von Natur aus in vielen Lebensmitteln vor, die man entweder direkt oder verarbeitet zu sich nimmt. Auf die Angaben der Hersteller ist in den wenigsten Fällen Verlass. Und auch Lebensmitteltabellen bieten nicht immer eine genaue Information, da der Fructosegehalt von der Reife, der Sorte und auch der Herkunft abhängt. Fructosefrei sind in der Regel: Kartoffeln, Nudeln, Reis, Fleisch, Fisch, Wasser, Tee, Milch, Kaffee, Nüsse und Eier.  Fructose hingegen enthalten fast alle gängigen Obst- und Gemüsesorten wie Äpfel, Birnen, Bananen, Brombeeren, Tomaten und Trauben. Extrem viel Fruchtzucker (d.h. fünf- bis zehnmal so hohe Werte) enthalten Datteln, Feigen, Rosinen und vor allem Honig.

Was ist Fructoseintoleranz?

Wenn man es genau nimmt, sind alle Menschen fructoseintolerant, denn der menschliche Körper kann nur eine bestimmte Menge verarbeiten. Zeigen sich jedoch bei der Einnahme von weniger als 25g Fructose erste Symptome, so spricht man von einer Intoleranz.  Der Darm kann nur eine begrenzte Menge Fructose ins Blut geben. Das liegt daran, dass der Körper auf das Enzym Glut-5 zurückgreift, über welches er nur begrenzt verfügt. Bei einer zu hohen Menge an Fructose verbleibt der Fruchtzucker im Darm, wo es unter Einfluss von Bakterien zu Stoffwechselvorgängen kommt, die vor allem mit unerwünschter Gasbildung einhergehen. Es gibt jedoch auch Menschen, die unter einer sog. intestinalen Fructoseintoleranz leiden. Bei diesen Betroffenen liegt eine Störung des Enzyms vor, sodass die Symptome schon bei deutlich geringeren Mengen auftreten.

Wirksame Therapien

Betroffene leiden unter denselben Symptomen wie Menschen mit Laktoseintoleranz. Dazu gehören vor allem Blähungen, Übelkeit, Bauchkrämpfe und Völlegefühl und Sodbrennen. Man kann davon ausgehen, dass es bei stark Betroffenen auch zu einer Reihe von psychosomatischen Erkrankungen kommt, etwa Depressionen, Reizbarkeit und Niedergeschlagenheit. Durch einen ärztlich durchgeführten Atemtest kann man sich genaue Sicherheit verschaffen, ob man betroffen ist oder nicht. Anschließend wird vor allem auf Vermeidung gesetzt: Die Zufuhr kritischer Mengen Fruchtzucker wird verhindert – wobei auch darauf geachtet werden sollte, dass die Zuckeraustauschstoffe Sorbit und Mannit gemieden werden. Die Therapie, die auf einen streng ausgelegten Diätplan ausgelegt ist, ist immer unter Zuhilfenahme eines Facharztes durchzuführen!

Was kann man selbst tun?

Neben der Umstellung der eigenen Ernährung sollte man nicht vergessen, dass das Essen weiterhin Spaß machen sollte und man deshalb nicht die Lust am Kochen und Backen verlieren muss. Dass es auch bei Fructoseintoleranz gut funktioniert, zeigt Frau Nolf auf ihrem Blog www.pures-geniessen.com. Viele Betroffene verfügen über detaillierte Listen, die sie über den Fructosegehalt der natürlichen oder industriell erzeugten Nahrungsmittelerzeugnisse informiert. Viele Hersteller kommen dem entgegen und verwenden beispielsweise fructosefreien Glukosesirup in ihren Produkten. Besonders wichtig ist nicht zuletzt auch der Austausch mit anderen Betroffenen, um den eigenen Entscheidungen in Hinblick auf die Ernährungsumstellung mehr Halt zu geben.

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